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Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust.

Aktualisiert: Oktober 2026Lesezeit: 9 MinutenVon Rafael Fernandes, Dotwil

Eine neue Website soll mehr Anfragen bringen, nicht weniger. Trotzdem verlieren viele Betriebe nach einem Relaunch über Wochen Besucher aus Google, meist aus vermeidbaren Gründen: alte Adressen führen ins Leere, gut rankende Inhalte fehlen plötzlich oder die neue Seite ist für Suchmaschinen gesperrt. Diese Anleitung zeigt, worauf es ankommt, unabhängig davon, mit welchem System die neue Website gebaut wird.

Kurz erklärt

Erfasse vor dem Relaunch alle Seiten, die Besucher bringen oder verlinkt sind, und leite jede alte Adresse mit einer dauerhaften Weiterleitung (301) auf die passende neue Seite weiter. Übernimm die Inhalte, die heute gut ranken, prüfe am Livegang, dass die neue Website für Suchmaschinen offen ist, und kontrolliere in den Wochen danach Fehlerseiten und die Search Console. Leichte Schwankungen in den ersten Wochen sind normal.

Warum Rankings nach einem Relaunch einbrechen

Google kennt deine Website als Sammlung einzelner Adressen. Jede davon hat über die Zeit Signale gesammelt: Besuche, Verlinkungen von anderen Websites, ihre Position für bestimmte Suchbegriffe. Wird beim Relaunch eine Adresse geändert oder gelöscht, ohne dass die alte auf die neue verweist, beginnt die neue Seite bei null, und die alte zeigt eine Fehlerseite. Die häufigsten Ursachen für Einbrüche sind:

  • geänderte Adressen ohne Weiterleitung,
  • gestrichene oder stark gekürzte Inhalte, die bisher gut gerankt haben,
  • eine Testversion, die für Suchmaschinen gesperrt war, und die Sperre bleibt nach dem Livegang aktiv,
  • fehlende Seitentitel und Beschreibungen auf der neuen Website,
  • eine neue Website, die auf dem Handy langsamer ist als die alte.

1. Bestandsaufnahme vor dem Relaunch

Bevor etwas Neues entsteht, erfasst du, was heute funktioniert:

  • Alle Adressen der alten Website, zum Beispiel aus der Sitemap (meist unter /sitemap.xml) oder mit einem Crawler. Auch PDFs und wichtige Bilder gehören dazu.
  • Die Seiten mit den meisten Besuchern aus Google: In der Google Search Console zeigt der Bericht «Leistung», welche Seiten wie oft angeklickt werden und für welche Suchbegriffe.
  • Seiten mit Verlinkungen von anderen Websites: Der Bericht «Links» in der Search Console zeigt, welche deiner Seiten am häufigsten verlinkt sind.
  • Titel, Beschreibungen und Überschriften der wichtigsten Seiten, als Grundlage für die neue Website.

Hast du die Search Console noch nicht eingerichtet, lohnt es sich, das jetzt nachzuholen; sie ist kostenlos, und die Daten helfen auch nach dem Relaunch.

2. Den Weiterleitungsplan erstellen

Am einfachsten ist es, wenn die wichtigsten Adressen gleich bleiben. Wo das nicht geht, ordnest du in einer Tabelle jeder alten Adresse die passende neue zu:

Alte AdresseNeue Adresse
/leistungen/kuechenbau.html/kuechen/
/ueber-uns.php/team/
/aktuelles/2019-neue-werkstatt/team/ (Thema existiert nicht mehr)
  • Dauerhafte Weiterleitungen (301) verwenden, keine temporären. Nur so übernimmt die neue Seite die Signale der alten.
  • Auf die inhaltlich passende Seite weiterleiten, nicht alles auf die Startseite. Massenhaft auf die Startseite umgeleitete Adressen behandelt Google oft wie fehlende Seiten.
  • Keine Ketten: Alt verweist direkt auf Neu, nicht über Zwischenstationen.
  • Alte Varianten mitdenken: mit und ohne «www», http und https, mit und ohne Schrägstrich am Ende.

3. Inhalte und Grundlagen übernehmen

  • Gut rankende Inhalte behalten: Du darfst sie verbessern und neu gestalten, aber die Themen und Suchbegriffe, für die eine Seite heute gefunden wird, sollten erhalten bleiben.
  • Seitentitel und Beschreibungen für jede Seite, mit Leistung und Ort.
  • Eine Hauptüberschrift pro Seite und eine klare Gliederung.
  • Interne Links zwischen den Seiten, damit Besucher und Google sich zurechtfinden.
  • Bilder mit Beschreibungen (Alt-Texte) und vernünftiger Dateigrösse.
  • Strukturierte Daten zu Betrieb, Angebot und Ort, wenn die alte Website sie hatte, und besser noch, wenn nicht.

4. Testen, bevor es live geht

Die neue Website entsteht meist zuerst unter einer Testadresse. Diese soll für Suchmaschinen gesperrt sein, damit keine doppelten Inhalte im Index landen, am besten mit einem Passwortschutz. Teste dort:

  • alle Seiten auf dem Handy und am Computer,
  • Formulare, Telefon- und E-Mail-Links,
  • die Ladezeit, zum Beispiel mit Google PageSpeed Insights,
  • dass Impressum und Datenschutzerklärung vollständig und aktuell sind.

5. Der Livegang

  • Sperre für Suchmaschinen entfernen: Prüfe auf der Live-Website, dass weder ein «noindex» im Quelltext noch ein «Disallow: /» in der robots.txt steht. Das ist der häufigste und teuerste Fehler bei Relaunches.
  • Weiterleitungen aktivieren und mit einigen alten Adressen direkt im Browser testen.
  • Die neue Sitemap in der Search Console einreichen.
  • Bei einem Domainwechsel zusätzlich die Funktion «Adressänderung» in der Search Console nutzen und die alte Domain dauerhaft weiterleiten.
  • Einen ruhigen Zeitpunkt wählen: nicht direkt vor der wichtigsten Saison deines Betriebs.

6. Die ersten Wochen danach

Leichte Schwankungen in den Suchergebnissen sind in den ersten Wochen normal, während Google die neuen Seiten verarbeitet. Kontrolliere in dieser Zeit regelmässig:

  • Fehlerseiten: Der Bericht «Seiten» in der Search Console zeigt Adressen, die nicht gefunden werden. Fehlt eine Weiterleitung, ergänze sie.
  • Klicks und Positionen der wichtigsten Seiten im Bericht «Leistung», verglichen mit der Zeit vor dem Relaunch.
  • Anfragen: Kommen Formularanfragen an? Ein kurzer Test nach dem Livegang erspart böse Überraschungen.
  • Verlinkungen: Wichtige Websites, die auf dich verlinken, kannst du bitten, den Link auf die neue Adresse anzupassen.

Bleiben Besucher aus Google auch nach einigen Wochen deutlich unter dem früheren Niveau, liegt die Ursache meist bei fehlenden Weiterleitungen oder fehlenden Inhalten, selten bei Google selbst. Wechselst du gleichzeitig das System, etwa weg von WordPress, findest du die technischen Schritte im Ratgeber WordPress-Website ablösen.

Häufige Fragen

Verliere ich bei einem Relaunch automatisch meine Rankings?

Nein. Mit gleichbleibenden oder sauber weitergeleiteten Adressen, übernommenen Inhalten und einer für Suchmaschinen offenen Website sind meist nur leichte Schwankungen in den ersten Wochen zu erwarten. Grössere Einbrüche haben fast immer konkrete, vermeidbare Ursachen.

Was ist eine 301-Weiterleitung?

Eine dauerhafte Weiterleitung: Wer die alte Adresse aufruft, landet automatisch auf der neuen, und Suchmaschinen übertragen die gesammelten Signale der alten Seite auf die neue. Temporäre Weiterleitungen (302) sind für Relaunches nicht geeignet.

Wie lange müssen die Weiterleitungen bestehen bleiben?

Am besten dauerhaft. Alte Adressen stehen noch lange in Lesezeichen, E-Mails und auf anderen Websites. Weiterleitungen kosten kaum etwas und schützen vor verlorenen Besuchern.

Soll ich bei einem Relaunch auch die Domain wechseln?

Nur wenn es einen guten Grund gibt, etwa eine Umfirmierung. Ein Domainwechsel ist der aufwendigste Fall: Alle Adressen ändern sich, und Google braucht länger, um alles neu einzuordnen. Ohne Notwendigkeit behältst du die Domain besser.

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